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Marwa El-Sherbini Stipendium

Frau Maya Singh, Studentin an der Evangelischen Hochschule Dresden ist seit dem 1. Oktober 2019 Marwa El-Sherbini Stipendiatin.

Marwa El-Sherbini wurde 1977 in Alexandria als Tochter des Chemiker-Ehepaares Ali El-Sherbini und Laila Shams geboren. Während ihrer Schulzeit am English Girls College in Alexandria engagierte sie sich als Schulsprecherin. Sie studierte Pharmazie und schloss 2000 ihr Studium erfolgreich ab. Neben ihrer Ausbildung war sie von 1992 bis 1999 als Spielerin der ägyptischen Handballnationalmannschaft der Frauen aktiv. Im Jahr 2005 kam Marwa El-Sherbini mit ihrem Mann, dem Genforscher Elwi Ali Okaz, nach Deutschland. 2006 wurde der gemeinsame Sohn geboren. 2008 wurde Okaz als Doktorand am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik angestellt, die Familie zog nach Dresden. Im August 2008 wurde Marwa El-Sherbini von dem Russlanddeutschen A. W. auf einem Dresdner Spielplatz als „Islamistin“ und „Terroristin“ beschimpft. Die Polizei wurde eingeschaltet und Anklage erhoben. In der Gerichtsverhandlung am 1. Juli 2009 tötete der Angeklagte Marwa El-Sherbini, als diese nach ihrer Zeugenaussage den Gerichtssaal verlassen wollte, und verletzte ihren Mann lebensgefährlich. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem Einzeltäter, der aus einer „extrem ausländerfeindlichen Motivation“ handelte. Der Angeklagte wurde am 11. November 2009 durch das Landgericht Dresden wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Stipendium

Der Freistaat Sachsen und die Landeshauptstadt Dresden in Kooperation mit DRESDEN-concept e. V. loben zum 1. Oktober 2021 zum vierten Mal ein gemeinsames Stipendium zum Gedenken an Marwa El-Sherbini aus. Sie setzen damit ein Zeichen für Weltoffenheit, Toleranz und gesellschaftliche Vielfalt.

Marwa El-Sherbini wurde 1977 in Alexandria als Tochter des Chemiker-Ehepaares Ali El-Sherbini und Laila Shams geboren. Während ihrer Schulzeit am English Girls College in Alexandria engagierte sie sich als Schulsprecherin. Sie studierte Pharmazie und schloss 2000 ihr Studium erfolgreich ab. Neben ihrer Ausbildung war sie von 1992 bis 1999 als Spielerin der ägyptischen Handballnationalmannschaft der Frauen aktiv. Im Jahr 2005 kam Marwa El-Sherbini mit ihrem Mann, dem Genforscher Elwi Ali Okaz, nach Deutschland. 2006 wurde der gemeinsame Sohn geboren. 2008 wurde Okaz als Doktorand am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik angestellt, die Familie zog nach Dresden. Im August 2008 wurde Marwa El-Sherbini von dem Russlanddeutschen A. W. auf einem Dresdner Spielplatz als „Islamistin“ und „Terroristin“ beschimpft. Die Polizei wurde eingeschaltet und Anklage erhoben. In der Gerichtsverhandlung am 1. Juli 2009 tötete der Angeklagte Marwa El-Sherbini, als diese nach ihrer Zeugenaussage den Gerichtssaal verlassen wollte, und verletzte ihren Mann lebensgefährlich. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem Einzeltäter, der aus einer „extrem ausländerfeindlichen Motivation“ handelte. Der Angeklagte wurde am 11. November 2009 durch das Landgericht Dresden wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Zum Gedenken an Marwa El-Sherbini wird in Zusammenarbeit von Freistaat Sachsen, Landeshauptstadt Dresden sowie DRESDEN-concept e. V. das Marwa El-Sherbini-Stipendium für Weltoffenheit und Toleranz“ ausgelobt. Im DRESDEN-concept e. V. wurde dafür das Marwa El-Sherbini Förderungswerk eingerichtet. Ziel dieses Stipendienprogramms ist die Förderung von zukünftigen Führungs- und Fachkräften, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, politisch engagiert bzw. interessiert sind und sich für Freiheit, Demokratie sowie die Grund- und Menschenrechte aktiv einsetzen.

Gefördert werden für die Dauer von bis zu zwei Jahren (in der Regel vier Semester) Studierende in einem Masterstudiengang (oder in gleichwertigen Diplom-, Magister- usw. Studiengängen) an einer Dresdner Hochschule. Voraussetzung ist, dass die künftigen Stipendiat:innen bereits über einen Bachelor-Abschluss oder einen Abschluss in einem einstufigen akademischen Studiengang (Diplom, Magister, Staatsexamen) verfügen. Soweit der Masterstudiengang o. ä. nicht an einer Universität absolviert wird, ist mit den Bewerbungsunterlagen der Nachweis der Akkreditierung zu übersenden.

Für die Auswahl der zukünftigen Stipendiat:innen gilt es, den Leistungsgedanken mit der Chancengerechtigkeit zu verbinden. Nicht ausschließlich, aber insbesondere berücksichtigt werden daher ausländische Studierende und Menschen mit Migrationshintergrund. Bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung werden Menschen mit Behinderung bevorzugt berücksichtigt. Die Entscheidung obliegt einem Kuratorium.

Kriterien für die Aufnahme in die Förderung sind:

  • sehr gute Leistungen im Studium,
  • interkulturelle Kompetenz, gesellschaftliches Engagement und politisches Interesse,
  • starkes bürgerschaftliches Engagement sowie
  • gute Kommunikationsfähigkeit (in deutscher und englischer Sprache)

Der Freistaat Sachsen, die Landeshauptstadt Dresden und DRESDEN-concept e. V. unterstützen junge Menschen hierbei nicht nur mit einem Stipendium, sondern bieten auch ideelle Förderung an. Die Stipendiat:innen werden beispielsweise bei der Suche nach Praktikumsplätzen aktiv unterstützt. Die Teilnahme an Veranstaltungen des Freistaats Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden wird, in Absprache mit den Fördergebern, vorausgesetzt.

Das Stipendium wird in einer Höhe von 750,- Euro monatlich, beginnend ab Wintersemester 2021/2022, maximal für einen Zeitraum von zwei Jahren (bis Ende Sommersemester 2023 – 30. September 2023) ausgelobt. Ziel ist, dass – abhängig von der Verfügbarkeit von Haushaltsmitteln – spätestens nach zwei Jahren zum jeweiligen Wintersemester ein weiterer Stipendiat / eine weitere Stipendiatin aufgenommen wird. Die Aufnahme erfolgt durch Abschluss einer privatrechtlichen Vereinbarung zwischen der Stipendiatin / dem Stipendiaten und dem Förderungswerk DRESDEN-concept e. V.

Bewerbungen können bis zum 31. August 2021 bei DRESDEN-concept e. V. eingereicht werden.

Die Antragsunterlagen können hier abgerufen werden.